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Start in ein gewaltfreies Leben darf nicht an der Wohnungssuche scheitern

Nach einem Aufenthalt im Frauenhaus finden viele Frauen nur schwer eine Wohnung. Der SkF Recklinghausen unterstützt Betroffene mit seinem Beratungsangebot und weiteren Hilfen.

Auf der Flucht vor häuslicher Gewalt ist das Frauenhaus die letzte Rettung. Doch die Zeit in der geschützten Unterkunft ist begrenzt. Was kommt danach? Einige Frauen gehen mit ihren Kindern wieder zurück zum gewalttätigen Partner. Ansonsten droht die Obdachlosigkeit, denn eine eigene Wohnung können sie oft nicht bezahlen. Auf dieses Dilemma macht der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Recklinghausen aufmerksam. Anlass ist der „Tag der Wohnungslosen“ am 11. September.

Auch für das Team des Recklinghäuser Frauenhauses ist es in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, für die Bewohnerinnen ein neues Zuhause zu finden, das auch die Kostenträger für angemessen halten. „Das Angebot der infrage kommenden Wohnungen hat sich deutlich verschlechtert“, sagt Frauenhaus-Leiterin Anne Meiworm. Erschwerend sind Schufa-Eintragungen oder ein unsicherer Aufenthaltstitel: Meist  können Frauen bei Wohnungsgesellschaften dann gar keine Wohnung anmieten. Anne Meiworm versichert jedoch, bisher haben alle Frauen, die nicht in die Beziehung zurück wollten, eine eigene Wohnung gefunden - früher oder später.

Der SkF Recklinghausen will dabei helfen. „Seit Anfang 2018 haben wir uns als Frauenfachverband enger mit dem Frauenhaus verzahnt, um unterstützende Hilfe für die in Not geratenen Frauen zu schaffen. Hieraus ist eine Kooperationsvereinbarung mit dem Frauenhaus entstanden, über die der SkF-Vorstand und ich sehr glücklich sind“, sagt SkF-Geschäftsführer Giancarlo Cillis. Frauen, die die Beratungsangebote des SkF in Anspruch nehmen wollen, können schnell und unkompliziert einen Termin vereinbaren. „Damit und mit anderen diskreten Hilfen wollen wir unseren Beitrag leisten, um den Frauen den existenziellen Druck zu nehmen, unter dem sie nach einer Trennung stehen“, fügt Cillis an. Denn wenn Paare sich trennen, sind Frauen wegen ihrer schlechteren Einkommenssituation eher von Wohnungslosigkeit bedroht.

Das erste Frauenhaus im Ruhrgebiet eröffnete 1978 eine Fraueninitiative in Duisburg. Die erste Bewohnerin, die im Dezember 1990 in das Recklinghäuser Haus einzog, war eine damals 63-jährige Frau, die von ihrem Sohn und ihrem Schwager missbraucht wurde. Am häufigsten findet häusliche Gewalt aber zwischen Partner und Partnerin statt, auch psychisch in Form von Beschimpfungen, Beleidigungen und sozialer Kontrolle.
Das Frauenhaus in Recklinghausen bietet zehn Plätze für Frauen und Kinder. Sie werden während ihres Aufenthalts von fünf Mitarbeiterinnen betreut. In der Regel bleiben Frauen drei Monate im Frauenhaus. So lange übernehmen die zuständigen Einrichtungen wie Jobcenter, Sozialamt und andere die Kosten der Unterbringung. Eine Verlängerung ist möglich, wenn die Frau noch nicht stabil genug ist, um allein leben zu können, oder sich eben eine angemessene Wohnung nicht finden lässt.

Das bedeutet dann aber auch, dass immer wieder Anfragen abgelehnt werden müssen. „Je länger die Frauen insbesondere mit mehreren Kindern bleiben, um so weniger Plätze werden ja frei“, erklärt Leiterin Anne Meiworm. Im Schnitt nimmt das Haus im Jahr 20 bis 30 Frauen auf. Die Auslastung lag in den vergangenen drei Jahren bei über 100 Prozent. Allein 2018 gab es 146 Anfragen. 122 Frauen musste abgesagt werden.

Info: Frauenhaus, Tel. 02361/ 656996; Mehr zum Beratungsangebot beim SkF unter Tel. 02361/ 485980; E-Mail: info@skf-recklinghausen.de; www.skf-recklinghausen.de

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Das Frauenhaus in Recklinghausen.